Geschichte

Utecht

Urkundlich erwähnt wird Utecht erstmals 1230 im Ratzeburger Zehntenregister und zwar als „Utechowe“ und dem Kirchspiel Schlagsdorf zugehörig. Dieser Name verweist auf das sehr viel ältere Vorhandensein des Rundlingsdorfes als wendische Siedlung. 1278 wird Utecht als „Utech“ an das Johanniskloster zu Lübeck verkauft, wobei ein Rest des Zehnten den Mönchen zu Ratzeburg verbleibt. 1375 wird das Ratzeburger Domkapitel von Kaiser Karl IV. als alleiniger Besitzer von Utecht mit dem benachbarten Neuhof bestätigt. 1747 wird der Stadt Lübeck die Landeshoheit über Utecht zugesprochen, das zu dieser Zeit aus den Wohnplätzen Dorf Utecht, Rothenhusen und Schattin besteht. Es enthielt 16 Hufen in 9 Familienstellen und besitzt darüber hinaus eine Wassermühle, sowie eine nördlich vom Dorf gelegene Windmühle. Rothenhusen, 1,5 km nördlich des Dorfes, besteht aus einem einzelnen Haus auf einer kleinen Insel am Ausfluß der Wakenitz aus dem Ratzeburger See, wo eine Fähre die damals hauptsächlich genutzte Verbindung zur Lübecker – Ratzeburger – Chaussee herstellt. Ähnlich strategische Bedeutung wie der Fährübergang besitzt für Lübeck zu jener Zeit die 80 Meter hohe, nahe der Südoststrecke der späteren lübschen Exklave Utecht/ Schattin gelegene „Utechter Höhe“, die einen beherrschenden Einblick auf das nördliche Becken des Ratzeburger See gestattet.

Von aller größter Bedeutung für Utecht ist das Jahr 1815, in dem das Johanniskloster zu Lübeck mit den Eingesessenen einen Vergleich schließt, in dessen Folge ihnen das Eigentum an ihrem Grundbesitz unter Vorbehalt des klösterlichen Obereigentums zugestanden wird. Im Jahre 1885 zählte Utecht 34 landwirtschaftliche Betriebe bei 158 Einwohnern. 1937 kommen Utecht, Campow und Neuhof zum Land Mecklenburg. Im Jahre 1975 wird Neuhof im Zuge der Grenzsicherungsmaßnahmen an der innerdeutschen Grenze geschleift.

Am Ufer des Ratzeburger Sees gelegen, war Utecht zu Jahrhundertbeginn schon ein beliebter Urlaubsort. Seit 1995 verbindet eine Autostraße durch das Kammerbruch und über die Wakenitz Utecht mit dem benachbarten Rothenhusen in Schleswig-Holstein.

Quelle - www.rehna.de

Campow

Erstmalig wurde der Ort 1230 im Ratzeburger Zehntenregister erwähnt und zwar als „Campowe“ und bedeutet soviel wie Inseldorf. 1238 schenken die Herzöge von Sachsen-Lauenburg dem Ratzeburger Dom den Holzhieb in „Campowe“ und belehnen 1252 das Domkapitel mit Campow nebst allem Zubehör.

Bei den Campower Bauern jener Zeit handelt es sich offensichtlich um deutsche Siedler aus Westfalen. Das belegt schon der Name der 1. Flurstelle, der Schulzenhof, der im Lauenburger Bederegister „Sadelhaue“ genannt wird. Wann er ursprünglich erbaut wurde, ist nicht festzustellen. Ihm war der Tegelbark als Feldmark zugehörig, auf dem es der Sage nach eine Ziegelei gegeben hat, in der die Ziegel für den Ratzeburger Dom gebrannt wurden. Die weitere Entwicklung Campows ähnelt der von Utecht. Eine nicht unbedeutende Rolle im Leben des Ortes spielt seit dem 16. Jahrhundert die Schule, die ursprünglich im Dorfkaten untergebracht war. Der letzte Neubau des Schulzenhauses erfolgte 1883.

1787 zeigt sich Campow als ein kleines sackartiges Angerdorf, das die von Ratzeburg über Utecht nach Lübeck führende Landstraße berührt. Um die Jahrhundertwende (1900) wurde eine kleine Pension für Sommerfrischler eingerichtet. Offensichtlich ist dies der Zeitpunkt, zu dem sich Campow insgesamt dem Fremdenverkehr zuwendet. Hierbei spielen der Ratzeburger See, die Wakenitz und die Utechter Höhe eine herausragende Rolle.

Besonders die Motorbootverbindungen zwischen Ratzeburg und Lübeck haben dazu beigetragen, den Ort für Besucher interessant zu machen. So kommen jedes Jahr viele Gäste nach Campow, um in der wunderschönen Natur Ruhe und Erholung zu finden. Es gab damals sechs Pensionen mit geräumigen Gästezimmern, Speisesälen und Veranden. Der lange Strand mit Stegen und Badehütten war Anziehungspunkt für die vielen Erholungssuchenden.
Es gab viele Ausflugs- und Wandermöglichkeiten in die nähere und weitere Umgebung Campows. Zudem sorgten Konzerte und musikalische Abende für Abwechslung. Schon damals waren die Pensionsbetriebe bestrebt, den Gästen bei geringen preisen volle Pension für Wochen und Monate zu bieten. So lag zum Beispiel 1910 der Preis für die Vollpension bei 3,50 Mark pro Person. Die Ära als Erholungsort ging durch den 2. Weltkrieg und der Teilung Deutschlands zu Ende.

Campow, unmittelbar an der ehemaligen innerdeutschen Grenze gelegen, hat wie die meisten Orte im Grenzgebiet vor der „Wende“ keine Weiterentwicklung erfahren. Heute gilt es, die Interessen der Einwohner und die des Naturschutzes einander anzunähern, um beiden gerecht zu werden.

Quelle - www.rehna.de

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.