Das schnelle Internet ist da

…aber nur für ein paar tausend Haushalte in fünf Gebieten – mehr als 100 Förderregionen in MV fehlen noch

Frank Pfaff Schwerin

Der vom Bund geförderte Breitbandausbau auf dem Land hat in Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben der Landesregierung in einigen Regionen bereits für deutlich bessere Internetanschlüsse gesorgt. Wie Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) gestern in Schwerin mitteilte, sind in fünf Gebieten die Arbeiten weitgehend abgeschlossen. Damit liege bei mehreren Tausend Haushalten in den Kreisen Ludwigslust-Parchim, Vorpommern-Rügen und Nordwestmecklenburg das schnelle Glasfasernetz mit Datenübertragungsraten von mindestens 1000 Mbit/s an der Haustür an. Insgesamt habe der Bund die Förderung von 112 Projektgebieten genehmigt, für die es mehr als 900 Millionen Euro aus Berlin gebe. Vom Ausbau würden landesweit rund 368 000 Haushalte profitieren.

„Heute verfügen knapp über 30 Prozent der Haushalte über einen gigabitfähigen Anschluss. Mit dem geförderten Ausbau wird sich, da es sich durchgängig um reine Glasfaserausbauprojekte handelt, diese Gigabitversorgung bis Ende 2024 knapp verdoppeln“, kündigte Pegel an. Eine wichtige Rolle spielten dabei mittelständische Unternehmen wie die Wemacom in Schwerin, die helfen würden, die Lücken im Breitbandnetz zu schließen.

Die Förderung des Bundes kommt nur ländlichen Gebieten zugute, weil sich dort wegen der dünnen Besiedlung der Ausbau für die großen Netzanbieter nicht rentiert. Pegel zufolge stehen neben den Bundeszuschüssen auch Kofinanzierungsmittel des Landes und kommunale Eigenanteile für den Breitbandausbau zur Verfügung, so dass sich die Gesamtförderung auf 1,45 Milliarden Euro summiere.

Kritiker hatten immer wieder bemängelt, dass das Geld zu langsam abfließe und der Ausbau des Breitbandnetzes damit nur schleppend vorankomme. Mathias Engling vom Grünen-Landesverband erneuerte die Kritik. „Gerade Corona zeigt uns, wie wichtig schnelles Internet für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes geworden ist. Homeoffice und Homeschooling werden schon heute dringend gebraucht, morgen ist es zu spät“, mahnte er mehr Tempo beim Breitband-Ausbau an. In Teilen der Landkreise Rostock oder Mecklenburgische Seenplatte habe der Ausbau noch nicht einmal begonnen. dpa