30.Alleenrundbrief des BUND in M-V

  1. Alleenrundbrief  Mecklenburg-Vorpommern Herbst – Winter 2017

+++ Allee des Jahres 2017

  1. Oktober – Tag der Allee – Milleniumsallee im Herbstzauber gewinnt

Allee des Jahres 2017 liegt im Kreis Esslingen in Baden-Württemberg

  1. Platz: Angelika Vetter-Kurz 2. Platz: Heidrun Heinze 3. Platz: Ralf S. Müller

Die Allee des Jahres 2017 ist eine 1,5 Kilometer lange Ahorn-Allee und liegt zwischen Wernau und dem Weiler Freitagshof in Baden-Württenberg. Das Gewinnerfoto „Milleniumsallee im Herbstzauber“ von Angelika Vetter-Kurz ist nicht nur wunderschön, sondern hat auch eine beeindruckende Geschichte. Diese Allee mit 160 jungen Ahorn-Bäumen wurde von der Stadt Wernau und Bürgern zur Jahrtausendwende gepflanzt. Auf jeden Baum, der von einem Bürger, einer Bürgerin gestiftet wurde, hat die Stadt einen weiteren Baum gepflanzt.

Der zweite Preis ging nach Varel in Niedersachsen. Das Bild von Frau Heidrun Heinze zeigt eine fast wie eine gotische Kathedrale wirkenden Allee, mystisch und geheimnisvoll. Mehr als 100 Jahre alte dicht an dicht stehende Eichen führen uns in die Vareler Moorlandschaft. Mit ihren tiefreichenden Wurzeln tragen sie maßgeblich zur Stabilität der 2400 m langen dammartig angelegten gepflasterten Moorstraße bei.

Der dritte Preis geht an Ralf S. Müller aus Campow am Ratzeburger See in Mecklenburg-Vorpommern. Das Bild beeindruckt durch die mächtigen 125 Jahre alten Linden. Die 40 alten Linden blieben trotz Neupflasterung der Straße erhalten. 1994 wurde die Allee mit 33 neuen Linden ergänzt. Jetzt zieht sich eine 500 m lange Linden-Allee durch den Ort Campow am Ratzeburger See. Dieser Schutz von Alleen ist nachahmenswert für andere Städte, Gemeinden.

 +++ 13. Alleentagung des BUND am 8. November 2017

Als am 3. Mai 1993 die Deutschen Alleenstraße in Sellin mit der damaligen Präsidentin des Deutschen Bundestages, Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth, als Schirmherrin feierliche eröffnet wurde, war das ein wichtiges Signal zum Erhalt der Alleen bundesweit. Heute führt diese Straße von Rügen bis zum Bodensee und ist mit etwa 2900 km die längste Kulturstraße Deutschlands. Nach 25 Jahren hat Frau Prof. Süssmuth es auf der 13. Alleentagung des BUND in Güstrow erneut geschafft, mit Ihren Worten die Teilnehmer zu begeistern, sie zu inspirieren, ihnen Mut zu machen.

Weitere Themen waren das Projekt „Deutsche Alleenstraße im Biosphärenreservat – lückenfrei“, die Nutzung des Alleenfonds, Landwirtschaft und Alleenschutz, die Neuerscheinung der „Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für Baumpflege (ZTV Baumpflege) und der richtige Schnittzeitpunkt bei der Baumpflege.

+++ Jungbaumpflegeseminar

Viel zu oft kommt es vor, dass durch falsche Schnitte oder fehlende Pflege Jungbäume zu Problembäumen werden. Die verspätete Pflege kostet nicht nur viel Zeit und damit auch Geld, sondern schadet dem Baum auch erheblich. Der BUND M-V organisiert deshalb innerhalb des LIFE-Projektes über einen Zeitraum von vier Jahren acht Jungbaumpflegeseminare für Mitarbeiter aus Gemeinden und Kreisstraßenmeistereien. In diesem Jahr fanden zwei Seminare im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte statt. Die Resonanz war sehr positiv.

 +++ 25 Jahre Deutsche Alleenstraße, Deutsche Alleenstraße in Mecklenburg-Vorpommern –lückenfrei

Etwa 300 km derDeutsche Alleenstraße führen durch Mecklenburg-Vorpommern. Es gibt viele Lücken und sogar völlig baumlose Abschnitte. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern hat 2016 ein Projekt zur Schließung der Lücken gestartet. Im November 2017 fand dazu der zweite Workshop statt. 2018 soll es erste Ergebnisse geben.

Aufruf zur Lückenbepflanzung entlang der Deutschen Alleenstraße

Familie Striller lud im September zu einem Alleentag mit Diskussionsnachmittag und Vorträgen in ihre Galerie der Alleen und in die Kirche nach Wustrow ein, ein Ort direkt an der Deutschen Alleenstraße. Mit dabei waren Erwin Pfeiffer vom ADAC und der BUNDM-V. Gleichzeitig wurdeeine Bepflanzung der Lücken in ihrer Gemeinde gefordert.

Projekt „Radfernfahrt „Deutsche Alleenstraße“

Der Radsportvereins Tour d‘ Allée Rügen e.V. hat sich viel vorgenommen. Am 1.Juni 2018 wollen sieeine Radfernfahrtentlang der Deutschen Alleenstraße von Rügen bis zum Bodensee starten. Der BUNDM-Vsieht hierin eine wunderbare Möglichkeit, auf die Bedeutung der Alleen und die Notwendigkeit für den Alleenschutz bundesweit hinzuweisen. Der BUND M-V wird den Radsportvereinaktiv bei der Vorbereitung des Projektes unterstützen und vor allem mit viel Öffentlichkeitsarbeit begleiten. Es gibt schon viele Mitstreiter, darunter das Biosphärenreservatsamt Südost-Rügen und die Alleenschutzgemeinschaft. Wir brauchen aber dringend noch weitere Unterstützung. Für mehr Informationen melden Sie sich bitte beiKatharina.Dujesiefken@bund.net.

Podiumsdiskussion

Mit einer Podiumsdiskussion am 20. Oktober, dem Tag der Allee,hat der Beirat Biosphärenreservat Südost-Rügen auf das Projekt „Deutsche Alleenstraße im Biosphärenreservat –lückenfrei“und die damit verbundenen Probleme aufmerksam gemacht. Neben Frau Gundela Knäbe,Vorsitzende des Beirats Biosphärenreservat Südost-Rügen diskutierten der LandratVorpommern-Rügen, HerrRalfDrescher, der Leiter des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, HerrManfredRathert und HerrErwinPfeiffer, Vorsitzender des Vereins „Deutsche Alleenstraße“ e.V. mit. Der Verein Deutsche Alleenstraße e.V. pflanzte anschließend einen Baum anlässlich seines 25. Jubiläums.

+++ Pflanzungen gehen zurück

Egal, welche Straßenkategorie, die Baumpflanzungenin Mecklenburg-Vorpommern haben in den letzten Jahren stark abgenommen.Schlusslicht bei den Landkreisen bildet mit deutlichem Abstand der Landkreis Vorpommern-Greifswald mit einer Pflanzschuld von3525 Bäumen. BUND, NABU Greifswald und die Alleeschutzgemeinschaft (ASG) haben in einem offenen Brief an die Landrätingefordert, dass der Landkreisdie Pflicht für den Schutz und Erhalt der Alleen erfüllt und um einen Gesprächstermin gebeten. Das Argument „nötiger Landkauf“ trifft nicht immer zu. Der BUND kann 10 Kreisstraßen benennen, wo der Landkreis genügend Land besitzt um sofort mit der Pflanzung beginnenzu können.

+++ Auftausalz auch auf Radwegen

Kein Auftausalz auf Radwegen –das forderte der BUND in einem Brief gerichtet andie Minister desLandwirtschafts-und desEnergieministeriums. Die Antwort aus dem Energieministerium lautete: Der Einsatz von Auftausalz sei alternativlos!

 

Aufgrund der vielen schädigenden Auswirkungen ist in den meisten Gemeinden und Städten der Salzeinsatz für Privatleute verboten oder nur im Notfall, wie etwa bei Eisregen, erlaubt. Doch der Einsatz von Auftausalz ist ungebremst. Der BUND prüft weiteres Vorgehen.

+++ Neubau B96 zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz

Ein weiteres unsinniges Straßenbauprojekt ist zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz geplant –der Neubau der B96. Wie auch auf Rügen soll hier neben der bestehenden Bundestraße eine weitere 3-spurige Straße gebaut werden. Eingriffe in hochsensible Landschaftsräume, Versiegelung riesigenAusmaßesund natürlich das Fällen von Alleebäumen –für 4 Minuten Zeitgewinn! Viele Anwohner, Bürgermeister und natürlich der BUND brachten ihr Unverständnis für diese Planung am 30. November bei einer Veranstaltung der DEGES klar zum Ausdruck.

 +++Erfolg in Niedersachsen -die Hunteburger Allee

Hunteburg ist ein 4000-Seelendorf im Landkreis Osnabrück, auf das sternförmig 6 Alleen zulaufen, zwei Kreisstraßen und vier Landesstraßen. Aus den fast geschlossenen Alleen wurden in den letzten Jahren fast immer nur Bäume gefällt. Die „Freunde der Hunteburger Alleen“ kämpfen seit der Einführung der RPS2009 für den Erhalt der sechs Alleen.

Seit Kurzem hat sich nun der Wind gedreht: Der Kreis hat in diesem Jahr an einer der Straßen über 50 Bäume neu angepflanzt und das Niedersächsische Landesamt für Straßenbau und Verkehr will nun 250 Neuanpflanzungen vornehmen, von denen bereits 60 Bäume an der B51 in der Nähe von Hunteburg gesetzt wurden. Die Bäume an der B 51 zwischen Osnabrück und Bremen wurde bereits für Napoleons Truppen Anfang des 19.Jahrhunderts gepflanzt. Einige wenige Eichen scheinen noch aus dieser Zeit zu stammen.

Die Bürgerinitiative „Freunde der Hunteburger Alleen“

Quelle: www.hunteburg.de/kulturelles/articles/hunteburger-alleen.html

Der hartnäckige, ja manchmal auch zornige Widerstand hat sicherlich dazu beigetragen.

Text (leicht gekürzt) : Eduard Müller für die „Freunde der Hunteburger Alleen“

 +++Erfolg in Sachsen-Anhalt -die Arbeitsgemeinschaft Straßenbaum

Am 21. Oktober 2017 hat sich in Sachsen-Anhalt ein Landesarbeitskreis Straßenbaum unter dem Dach des BUND gegründet. Die Mitglieder fordern Ersatzpflanzungen und den Schutz der Straßenbäume ein. Trauriges Ergebnis ihrer Nachfrage bei der Landesstraßenbaubehörde: in Sachsen-Anhalt gibt es allein in diesem Zuständigkeitsbereich ein aktuelles Pflanzdefizit von 7.638 Bäumen. Mögliche Pflanzstrecken, vor allem in jüngeren Alleen, wurden bereits aufgezeigt. Eine Anzeige wegen Baumschädigungen hat im Salzlandkreis aber schon Erfolg gebracht. Hier zwei Beispiele:

  1. Anfahrschäden durch Maschinenmahd: „Um Anfahrschäden an den Straßenbäumen durch Maschinenmahd (Unimog) zu vermeiden, wird zukünftig der Unimog mit zwei Personen besetzt sein. D.h., mit einem Fahrer und einer zweiten Person, welche den Mäharm bedient. Der Umbau der Bedienungseinheit wird derzeit veranlasst. Weiterhin soll geprüft werden, ob in jedem Fall das unbedingte Freistellen der Bäume erforderlich wird.“ 2. Umgebrochener Birnbaum: „Zeitnah wird die Möglichkeit geprüft, den Birnbaum wieder aufzurichten und durch Baumschnitt zu vereinzeln. Sollte dies nicht möglich sein, … sollen 5 Laubbäume (STU 12-14 cm), vorzugsweise Hainbuchen, spätestens bis November 2018 im Straßenabschnitt Golbitz-Hohenedlau, in vorhandene Lücken, gepflanzt werden.“ Das ist ein Grund zur Freude finden nicht nur die Mitglieder der AG!

 +++Alleenpaten der Freien Schule Dreschvitz mit Nachwuchs

  1. November 2017: Eine große Tüte Blumenzwiebel und eine neue Alleenpatin, Lotta aus der 2. Klasse, brachten die jungen Alleenpaten der Freien Schule Rügen als Geschenk für Ihre Patenallee in Klein Kubitz mit. Wir sind auf den Frühling gespannt, wenn unsere Arbeit Blüten trägt! Zeit blieb auch für die Kontrolle der Schnittwunden an den Baumstämmen. Anhand früherer Fotos haben wir festgestellt, dass die Rinde diese Wunden zunehmend umwallt. Mit großer Erleichterung haben die Alleenpaten festgestellt, dass ihre Idee, einen Baumschutz gegen weitere Beschädigungen und zur Begrenzung für Fahrzeuge anzubringen, umgesetzt wurde. Gemütlich haben wir bei Heißgetränken und „Baumkuchen“ das 7. Alleenpatenschaftsjahr ausklingen lassen.

Voraussichtlich im Frühjahr 2018 berichtet der MDR in dem Film „Sagenhaft“ über die Deutsche Alleenstraße und unsere Allee an der Dorfstraße in Klein Kubitz ist dabei! Interessant und aufregend waren die Dreharbeiten für die jungen Alleenpaten im Sommer.

 

Wir wünschen allen Baumfreunden gute Aussichten für das neue Alleenjahr!

Danke und beste Inselgrüße im Namen aller Alleenpaten, Silke Stephan

+++Werden Sie aktiv -Gemeinsam für den Schutz unserer Alleen

Alleenpaten gesucht.

Die Alleen brauchen Sie weil: Alleen sind einzigartig ◊ Lebensraum ◊ unser Kulturgut und doch bedroht!

Eine Alleenpatenschaft – ein Bekenntnis für die Zukunft – Es liegt an uns!

5 EURO im Monat helfen Spendenkonto: Kennwort Alleenschutz Sparkasse Mecklenburg-Schwerin IBAN: DE 36 1405 2000 0370 0333 70

Weitere Informationen unter: www.bund-mecklenburg-vorpommern.de

Ihre/Eure Katharina Dujesiefken (ehemals Brückmann)